Auch dieses Jahr hatte ich mir motiviert vorgenommen, nun ab sofort regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen, weil ich eine Ergänzung zu meinem üblichen Yoga, Pilates, Radfahren und Spazierengehen suchte.
Ein gezieltes Muskelaufbautraining wollte ich machen, zum Schutz vor den klassischen Frauenleiden wie z.B. Osteoporose im Alter…
Im Gegensatz zu den vorherigen Jahren hatte ich zwar dieses Mal kein schlechtes Gewissen, auch wenn ich wie jedes Mal ein Fitnessstudio großzügig mit meinem Beitrag unterstütze, aber das Gefühl vom Versagen schwelte im Hintergrund. Das Suchtpotential, was gefühlt alle anderen Menschen im Fitnessstudio bekamen, stellte sich bei mir nicht mal sekundenweise ein.
Warum konnte ich nicht einfach mal was durchziehen, obwohl mein Verstand doch klar den Nutzen erkannt hatte?
Bis letzte Woche hatte ich keine Antwort darauf.
Und dann war es mir plötzlich klar, ich weiß nun, warum ich dort nicht hingehe.
Bisher dachte ich, es liege daran, keine Lust auf Sport zu haben, sowieso unsportlich und dazu noch undiszipliniert zu sein. Mir wurde ja auch oft gesagt, warum ich nicht einfach mal was durchzuziehen könne, es mache schließlich nicht alles im Leben Spaß.
Ich hatte so richtig viele schöne Geschichten in meinem Erfahrungsgedächtnis abgespeichert und für bare Münze genommen, vollkommen unreflektiert. Das hatte sicher auch damit zu tun, dass mir mein Umfeld regelmäßig zu verstehen gibt, ich solle nicht so viele Projekte anfangen, sondern endlich mal was zu Ende bringen. Und ich habe das geglaubt. Viele Jahre.
Bis zu dem Zeitpunkt als ich meine Ayurveda Lifestyle Coaching Ausbildung erfolgreich abschloss.
Das war meine 7. abgeschlossene Ausbildung neben vielzähligen Weiterbildungen. Ganz objektiv konnte auch ich mir nun nicht mehr vormachen, Dinge nicht abzuschließen…
Ich hatte nur für mich endlich verstanden, dass meine Vorgehensweise anders ist: Ich probiere viele Dinge aus und dann entscheide ich, was ich loslasse und wo ich dran bleibe. Das schließe ich dann auch durchaus ab.
Und meine ehrliche Antwort ist folgende:
Für mich ist das zu unpersönlich und strahlt eine extreme männliche Energie aus.
Davon hab ich mehr als genug in meinem Alltag.
Nicht falsch verstehen, ich bin sehr froh Yin und Yang Energien gezielt einsetzen zu können, denn es braucht immer beides.
Aber meine Erkenntnis:
Wenn ich Sport mache, dann bitte in einem gemütlichen Studio. Eine nochmalige Anmeldung in einem klassischen Fitnessstudio ist somit passé.
Ich jedenfalls werde erst dann wieder ein Fitnessstudio betreten, wenn es eins gibt, das gemütlich ist, wo nicht zu viele Leute sind, wo man sich auch hinsetzen kann und in Ruhe ein Buch lesen oder einfach mal quatschen, Kaffeetrinken, Pilates und Yoga machen oder Gewichte stemmen, aufs Laufband gehen oder rudern, um dann in der Sauna den Besuch abzuschließen.
Das ist gar nicht so einfach runterzubrechen, weil viele Faktoren zusammen spielen. Ich greife daher zwei heraus.
Ich arbeite immer wieder mit dem neuropsychologischen Hirnmodell, was als Kern 4 Grundbedürfnisse des Menschen beinhaltet:
Sicherheit/Kontrolle, Selbstwert, Lust-Unlust und Beziehung.
In einem Fitnessstudio sind für mich weder das Sicherheitsbedürfnis (laut, ungemütlich, kalt…) noch mein Lustbedürfnis erfüllt, so dass ein natürlicher Selbstschutz dafür sorgt, dass ich mein Nervensystem nicht überfordere. Ayurvedisch betrachtet ist das Gym eine klassische Pitta-Umgebung, wo es um Zielerreichung, Ehrgeiz, Power geht. Für mich als Vata-Mensch ist das zu viel, es bringt mich aus meiner Balance. Psychologsich nennt man das dann Selbstregulation und Kohärenzbewahrung oder einfach beschrieben:
Fazit 1: Es geht hier um klassische Selbstregulation. Ein gutes Beispiel, dass wir intuitiv oft besser „wissen“, was für uns gut ist, als wenn wir es mit dem Verstand beantworten wollen.
Fazit 2: Ich werde nun eben mehr Powerpilates machen, denn nichts tun ist keine Option 😂
Führung beginnt mit innerer Klarheit.
Denn Klarheit verändert Prioritäten.
Und Energie bekommt Richtung.
Wer versteht, wie die eigene Energie funktioniert, trifft andere Entscheidungen.
In meinem Newsletter gibt es spannende Einblicke zu nachhaltiger Selbstführung, gespickt mit psychologischen und ayurvedischen Impulsen, denn Selbstoptimierung haben wir schon genug im Alltag.